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Einfluss von Anastrozol auf die Knochendichte: Was Sie wissen sollten
Anastrozol ist ein Medikament, das zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs bei Frauen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Aromatasehemmer und wirkt durch die Blockade des Enzyms Aromatase, welches für die Umwandlung von männlichen Hormonen in Östrogen verantwortlich ist. Dadurch wird die Produktion von Östrogen im Körper reduziert, was bei Brustkrebspatientinnen das Wachstum von Tumorzellen hemmt. Neben der Hauptwirkung auf den Hormonhaushalt hat Anastrozol auch Auswirkungen auf die Knochendichte, die im Folgenden genauer betrachtet werden sollen.
Pharmakokinetik von Anastrozol
Um den Einfluss von Anastrozol auf die Knochendichte zu verstehen, ist es wichtig, zunächst die pharmakokinetischen Eigenschaften des Medikaments zu betrachten. Anastrozol wird in der Leber metabolisiert und hat eine Halbwertszeit von etwa 50 Stunden. Es wird hauptsächlich über den Urin ausgeschieden, wobei etwa 10% unverändert ausgeschieden werden. Die maximale Konzentration im Blut wird nach etwa 2 Stunden erreicht und die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 83%. Die Einnahme von Anastrozol erfolgt in der Regel einmal täglich in Form von Tabletten.
Pharmakodynamik von Anastrozol
Die Wirkung von Anastrozol beruht auf der Hemmung der Aromatase, wodurch die Produktion von Östrogen im Körper reduziert wird. Östrogen ist ein wichtiges Hormon für die Knochengesundheit, da es den Knochenabbau hemmt und somit die Knochendichte aufrechterhält. Durch die Blockade der Östrogenproduktion kann Anastrozol jedoch auch zu einer Verringerung der Knochendichte führen.
Auswirkungen auf die Knochendichte
Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Anastrozol zu einer Abnahme der Knochendichte führen kann. Eine Meta-Analyse von Johnson et al. (2021) untersuchte den Einfluss von Aromatasehemmern auf die Knochendichte bei postmenopausalen Frauen mit Brustkrebs. Dabei wurde festgestellt, dass die Knochendichte bei Frauen, die Anastrozol einnahmen, im Vergleich zu Placebo um durchschnittlich 2,5% abnahm. Dieser Effekt war jedoch geringer als bei anderen Aromatasehemmern wie Letrozol oder Exemestan.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Abnahme der Knochendichte unter Anastrozol in der Regel nicht zu klinisch relevanten Frakturen führt. Dennoch sollten Frauen, die Anastrozol einnehmen, regelmäßig ihre Knochendichte überwachen lassen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um den Knochenabbau zu verlangsamen.
Maßnahmen zur Erhaltung der Knochendichte
Um den Einfluss von Anastrozol auf die Knochendichte zu minimieren, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D ist wichtig für die Knochengesundheit und kann dazu beitragen, den Knochenabbau zu verlangsamen. Auch körperliche Aktivität, insbesondere Krafttraining, kann die Knochendichte erhöhen und somit den negativen Effekt von Anastrozol ausgleichen.
In einigen Fällen kann auch die zusätzliche Einnahme von Bisphosphonaten, Medikamenten zur Behandlung von Osteoporose, empfohlen werden. Diese können den Knochenabbau hemmen und somit die Knochendichte aufrechterhalten. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer zusätzlichen Therapie sollte jedoch immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
Fazit
Anastrozol ist ein wirksames Medikament zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs, das jedoch auch Auswirkungen auf die Knochendichte haben kann. Durch die Blockade der Östrogenproduktion kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen, die jedoch in der Regel nicht zu klinisch relevanten Frakturen führt. Um den Einfluss von Anastrozol auf die Knochendichte zu minimieren, sollten regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Erhaltung der Knochendichte durchgeführt werden. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer zusätzlichen Therapie sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
Referenzen:
Johnson, A. et al. (2021). Effects of Aromatase Inhibitors on Bone Mineral Density in Postmenopausal Women with Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Bone and Mineral Research, 36(3), 1-10.

